Die erste Zeit des Jahres ist die Zeit, die eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Visionen auftauchen zu lassen. In der Früh fällt es schwer wie nie, aufzustehen. Der Körper verlangt vermehrt nach Schlaf. Im Schlaf verarbeiten und integrieren wir was wir tagsüber erfahren und gelernt haben. Erst dann sind wir langsam wieder bereit, Neues aufzunehmen. Daher heißt es weiterhin Stillhalten, damit Du bald mit deinem vollen Potenzial durchstarten kannst.

Ausgedehnte Spaziergänge in der Natur sind für mich
der optimale Ausgleich zwischen Stille und Bewegung

Gleichzeitig kribbelt es vielleicht schon in den Gliedern. Die Zeit von Rückzug und Einsamkeit war im letzten Jahr besonders intensiv. Die Sehnsucht nach dem Erwachen und Rausgehen ist groß. Dabei geht es darum, den Augenblick der Stille noch hinauszuzögern, ihn auszuhalten und zu genießen. Ich habe mir vorgenommen aus der Stille, von der ich in diesem Jahr so viel gelernt habe, ein Ritual zu machen. Einmal am Tag Stille zu spüren, keine neuen Eindrücke aufzunehmen. Innezuhalten in dem zauberhaften Augenblick der geschärften Sinne zwischen Traum und Wirklichkeit.

Aus der Stille Neues entstehen lassen

Ich beginne das neue Jahr mit Rückschau und Innehalten. Es gibt auch jetzt Phasen, in denen ich voller Tatendrang eins nach dem anderen erledige, dann stockt der Prozess wieder und ich verbringe den Tag träumend. Manchmal irritiert mich meine Umwelt und lenkt mich von der Umsetzung meiner Träume ab. Oder mir kommen tausend Möglichkeiten attraktiv vor, und ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinspringen soll. Gerade dann ist das Innehalten wichtig, damit ich mich nicht verausgabe oder verzettle und mit meinem vollen Potenzial wieder durchstarten kann.

Sticken birgt unterschätztes Potenzial ans Tageslicht: Aus Mottenlöchern in meinem Lieblingspullover werden in aller Stille bunte Blumen.

Die Magie des Zuhörens zelebrieren

Ganz nach diesem Motto lebt Lisi in dieser besonderen Zeit ihr besonderes Geschenk an die Welt: Das Zuhören. Sie interessiert sich für Menschen und dafür, was sie ausmacht. Erinnert daran, dass Lebensräume und Arbeitsplätze so zu gestalten sind, dass man sich wohlfühlt. Erst wenn ich mein Gegenüber in seiner Lebenssituation, in seinem Lebensraum sehe, dann gehen Menschen aus sich heraus. Erinnern sich an Dinge, die sie noch niemandem erzählt haben. Die sie vergessen haben. Daran, was sie als Kind gern getan haben, so entsteht Beziehung – wenn dann beim nächsten Mal die Frage auftaucht: „Wie geht es dir?“ Dann bin ich gleich auf der Beziehungsebene und weg von Floskeln.

„Stille lässt sich nicht an äußeren Orten finden. Der wichtigste Ort, an dem wir Stille erfahren können, ist unser Herz.“ Anselm Grün

Erst wenn ich wirklich zuhören kann – zuhören nicht um zu antworten, sondern um zu verstehen – dann kann ich auf eine Problemstellung anders und neu antworten, erst dann bin ich offen genug um neu zu reagieren. Um wirklich zuzuhören muss ich rausgehen, offen sein, zwischen den Zeilen lesen. Ich sehe mehr Seiten von einem Menschen, was ihn ausmacht, wie er seine Situation sieht, wie er seinen Lebensraum sieht, was ihn beschäftigt, wie er ist. Menschen gehen aus sich heraus und erinnern sich an Dinge, die sie vergessen haben, die sie noch niemandem erzählt haben,

Ich höre zu um Dinge zu verstehen und um andere Welten kennen zu lernen, nur wenn ich zuhöre und mit vielen verschiedenen Menschen rede, dann kommt es zum Perspektivenwechsel.

Wie finde ich als Unternehmerin zur inneren Stille?

Aufgrund des Erlebten und Gelernten des letzten Jahres, mit dem was nachhaltig in uns und in unserem Unternehmen gewachsen ist, ist eine große Reflexion zur stillen Jahreszeit sinnvoll. Es ist nach wie vor an der Zeit, zu entschleunigen, langsamer zu werden und unsere eigenen Rhythmen zu spüren. Auch in der Verlangsamung sind wir immer noch viel zu schnell.

Gemeinsam neue Wege gehen
– auch wenn sie manchmal still und einsam wirken.

In der Stille und im Zuhören finde ich neue Lösungen, bin offen mich auf neue Welten einzulassen und Räume zu gestalten, wo es möglich ist, Gemeinsamkeiten zu entdecken, Unterschiede zu benennen und gemeinsam neue Wege zu gehen. Wenn ich ein Klima erzeuge, wo Begegnung ohne Bewertung möglich ist, werden meine Kundinnen, Mitarbeiter und Mitmenschen ehrlicher begegnen und sich anders einbringen, sich selbst und anderen ehrlicher und selbstbewusster begegnen.

Fragen, die Du Dir jetzt stellen könntest:

  • Was verabschiede ich, lasse ich los, verändere ich, damit ich in Zukunft frei bin für neue Projekte?
  • Wo brauche ich Unterstützung, um im kommenden Jahr unternehmerisch zu wachsen?
  • Welche Lebens- und Arbeitshaltungen mag ich an mir und welchen Stärken und Leidenschaften möchte ich im kommenden Jahr mehr Raum geben?