Heute feiern wir den Tag der Wintersonnenwende. Die längste Nacht ist vorbei und die Tage werden wieder länger. Auf die Nacht folgt das Licht, aus der Stille entsteht das Neue. Daher ist die Stille notwendig, damit nicht das Alte unreflektiert fortgesetzt wird.

Wir nutzen Stille als Raum des Übergangs,
um Neues in unser Leben einzuladen

Für unseren Ideengeber Otto Scharmer hat dieser Raum der Stille und des Übergangs eine besondere Qualität. Er öffnet Räume, lädt uns ein, die gewohnte Perspektive zu verlassen und macht Platz für Diskussionen, Gespräche, Dialog und neue Gedanken. Er macht die Zukunft in der Gegenwart sichtbar.

Der Stille zuhören

Weil dieses Tun für eine neue Zukunft so wichtig ist, Otto Scharmer dafür hat ein eigenes Wort kreiert: „Presencing“ nennt er diese Tätigkeit. Das Wort „Presencing“ setzt sich zusammen aus dem Wort „Sensing“ – Hineinspüren, und dem Begriff „Presence“ – Jetzt. „Presencing“ bedeutet, die beste mögliche Zukunft einzuladen in der Gegenwart sichtbar zu sein.

Ich bin ja normalerweise sehr gut darin, mir alle möglichen Zukunftsbilder auszumalen, aber nicht so gut darin, Stille auszuhalten. Aber ich war jetzt zwei Monate lang „coronagebremst“; und jetzt, wo ich wieder ganz gesund bin, kann ich sagen: Ich hab sehr viel gelernt darüber, was es heißt, meine eigene Verletzlichkeit zu akzeptieren, Ruhe zu geben und der Stille zuzuhören. Mir geht es derzeit so gut wie schon lange nicht mehr. Ich fühle mich geerdet, verbunden mit Freunden und Kundinnen und ich blicke zuversichtlich in die Zukunft.

Abwarten und Tee trinken.

Lisi ist längst Meisterin in Ruhe und Gelassenheit. Sie liebt Rituale und Zeremonien. Eine ihrer liebsten Zeremonien ist das Teetrinken. Wir trinken also Tee und analysieren unsere Situation.

Der Genuß einer Tasse Tee führt zu innerer Ruhe und Gelassenheit

Der Ausspruch „Abwarten und Tee trinken“ stammt angeblich aus dem 19. Jahrhundert. Zu jener Zeit war es üblich, sich zum Gedichtlesen zu treffen. Dazu gab es Tee. Alle konnten dem Tee so viel Zucker oder Rum beimischen, wie sie wollten. Da die Gesellschaft dadurch oft schnell angeheitert war und dadurch die Würdigung für die intellektuellen Texte verloren ging, wurde der Tee immer später serviert und die Menschen mussten immer länger warten.

Wir wissen selbst am besten, welche nächsten Schritte für uns gut sind – egal was andere sagen. Abwarten hilft dabei, den eigenen Körper zu hören und zu lesen. Was tut mir gerade gut und wo zwickt mich etwas – oder tut mir sogar weh? Worauf hab ich Lust?

Eine Übung für Dich zum Jahreswechsel:

Frag Dich: Was ist das Beste, das im neuen Jahr passieren kann? Welche Vision, welche Kraft, welche Idee will in diesem Jahr in die Welt kommen? Was zeigt sich? Glaube ich an mein Potenzial? Wie viel Platz haben Wunder?

Wenn Du Unterstützung in Deiner Jahresplanung brauchst, dann gibt es hier ein feines Heft zum Download. Du kannst diese Visionsarbeit entweder alleine oder mit einer Runde Freundinnen machen.

Das kleine Heftchen hilft Dir dabei, das Jahr gut abzuschließen und das noch unbekannte Neue in Dein Leben einzuladen.