Es ist die Zeit von Essenz und Entscheidung. Die Ernte wird eingefahren und der richtige Zeitpunkt für den Abschluss will gefunden werden.

Die zweite Hälfte der Jahres ist erreicht. Was jetzt noch an Projekten eingefahren wird, trägt uns als Nahrung und Stärkung durch die dunklen Wintermonate. Zu Ende des Sommers zeigt sich der Doppelaspekt der Natur: Ernte und Fülle machen deutlich, dass alles, was jetzt nicht geerntet wird, verdorrt, verfault und sich bis zum nächsten Zyklus in Dünger verwandelt.

Ich bin viel für die Grünen im Wahlkampf unterwegs, gehe mit offenen Augen durch Stadt und lasse mich von Eindrücken und bunten Farben verzaubern. Halte die Augen und Ohren offen, wenn es was Neues zu entdecken gibt. Zur Erholung bin ich am Gemüsefeld oder helfe Freunden bei der Weinernte. Bei der Ernte geht es darum, geduldig einen Schritt nach dem anderen zu tun, das Ego ziehen zu lassen und Kontakt mit dem Rhytmus der Gruppe aufzunehmen. Auf einmal ist jeder Handgriff schwerelos, der Garten leer und die Körbe voll.

Worauf liegt dein Fokus: Auf den süßen Früchten – oder am Loslassen und Abschneiden?

Lisi und ich haben eine unterschiedliche Herangehensweise an diese Zeit der Ernte. Ich sehe eine Fülle an Möglichkeiten und Chancen, 1.000 Früchte die geerntet werden wollen. Ideen, die herumfliegen und nach Umsetzung schreien. Also breite ich meine Flügel aus, will fliegen, aber es geht nicht immer so wie ich will, weil mir gleichzeitig die Zeit davonrennt.

Während sich in mir alle Energien bereit machen, um noch möglichst viel der reichen Ernte einzufahren, damit der Winter nicht so karg wird wie der letzte, entspannt sich Lisi ob der Pracht und Fülle ringsum. Sie appelliert, nur das mitzunehmen, was nährt und schmeckt – und alles loszulassen, was hindert und bremst. Für Lisi ist jetzt die Zeit der Klarheit, des Abschneidens, Trennens und Loslassens gekommen. Sie findet Kraft in der Zerstörung und vertraut darauf, dass die Helferlein schon zur richtigen Zeit auftauchen werden, um die Ernte einzufahren.

Die richtige Balance ist ein Drahtseilakt

Was heißt das für Eis und Quell? Für uns ist es jetzt angesagt, eine Balance zu finden zwischen unseren beiden unterschiedlichen Polen, und dann selbstbewußt den Patz einzunehmen, den wir uns in den letzten drei Jahren erarbeitet haben: Im Zentrum einer Community aus Genossenschaftsfrauen, Kleinunternehmerinnen und Gestalterinnen. Unser Ding zu machen und andere zu inspirieren, es uns gleich zu tun.

Gleichzeitig treibt uns jetzt im Herbst der Wahlkampf für die Grünen an. Eine herausfordernde Aufgabe – aber hier können wir auf politischer Ebene bewegen, was uns im Privaten und als Unternehmerinnen beschäftigt und antreibt. Damit die Wirtschaft ihr menschliches Gesicht bewahrt, damit die Natur mehr Raum gewinnt in der Stadt und Kleinunternehmerinnen und Künstler ausreichend Einkommen für ein gutes Leben zur Verfügung steht. Schon jetzt haben wir ein positives Wahlergebnis vor Augen und feiern das Leben, das es gut mit uns meint.

Gute Zeiten feiern.

Feiere deine Erfolge und sei dankbar für das, was du erreicht hast. Ernte im Überfluss. Was du machst, ist nicht selbstverständlich. Es ist wichtig, dass du dich immer wieder daran erinnerst. Jetzt ist ein guter Moment dafür.

Für eine spontane Feier braucht es meist nicht viel. Wenn es dir grad gut geht, dann lade doch deine Freundinnen zum Potluckstyle Dinner ein. Potluck heißt, dass jede etwas zum Essen und Trinken mitbringt. Du kannst ein Motto wählen oder auch nicht. Es wird immer genügend für alle da sein und garantiert etwas für jeden Geschmack.