Aktuelle Studien zeigen: rund 70% der Angestellten sind unzufrieden mit ihrem Job. Leistungsdruck, Unsicherheit oder eine unklare Unternehmensführung sind die genannten Gründe. Dennoch gehen wir fast alle freiwillig zur Arbeit – wir könnten ja auch zuhause bleiben oder uns einen anderen Job suchen. Wenn da nicht das liebe Geld und das Pflichtbewusstsein wären!

„Lass dein Leben nicht zur reinen Arbeitsroutine werden, denn das Ziel des Lebens ist das Spiel. Spielen bedeutet, etwas um seiner selbst willen zu tun!“ Allen Watts

Spielend neue Ideen spinnen.

Dabei soll unser Lebensinhalt doch nicht ungeliebte Arbeit sein, sondern ein Mittel, um Spaß zu haben und ausgiebig spielen zu können. Arbeite im Büro, arbeite in einer Fabrik, arbeite in einer Werkstatt. Vor dem Computer, am Feld, mit Menschen. Aber arbeite so, dass du noch ausreichend Zeit zum Träumen und Spielen hast.

Das ausgiebige Spielen kennen wir alle aus unserer Kindheit. Damals wurde uns erklärt, dass Kinder spielen und Erwachsene arbeiten; dass diese Freiheit zu Ende ist, wenn wir arbeiten gehen. Manche Erwachsene vermissen das Spiel nicht. Aber die meisten suchen nach Gelegenheiten, um zumindest ab und zu Spaß zu haben.

Über die Kunst von der Hängematte aus zu planen

Seitdem ich meinen eigenen Weg gehe, meiner inneren Stimme folge und Spaß und Spiel wieder mehr Platz in meinem Leben haben, kann ich mein Gehirn ausschalten und mich auf meine Intuition verlassen. Ich verstehe mehr als mein Verstand fasst, mein Leben hat an Leichtigkeit gewonnen – und Veränderungen sind normal geworden.

Für diese Entwicklung war eine Pause von einem Jahr notwendig. Es braucht Zeit, um sich von unnötigem Gepäck und anstrengenden Menschen zu trennen, Ideen zu entwickeln und innerlich zu wachsen. Seitdem ich meinem Leben nicht mehr hinterherlaufe, hat das Spielen viel mehr Platz in meinem Leben gewonnen. Es bedeutet, dass ich Unerwartetes zulassen kann und aufmerksam durch die Welt gehe, mit offenen Augen, ohne nach dem Warum zu fragen. Ich bin jetzt nicht mehr abhängig vom äußeren Erfolg.

Wenn die Dinge nicht funktionierten, war ich in der Rückschau zu starr auf das Ergebnis fokussiert: harte Kraftakte um auf Biegen und Brechen meine Ziele zu erreichen. Ich wurde eng, aufdringlich, gestresst, ungeduldig, schusselig – und unfähig, andere in ihren Bedürfnissen zu sehen. Die Dinge die mir in den Schoß gefallen sind, fühlten sich fröhlich, spielerisch und leicht an – wie im Urlaub. Ein Leben das aus dem Herzen fließt, kann nicht falsch sein: Herzklopfen, Aufregung und Freude sind für mich Indikatoren für den richtigen Weg.

Christine plant am Liebsten in der Hängematte

Projektspielen für den richtigen Flow

Auf der Suche nach Methoden die uns bei Eis und Quell in den richtigen Flow bringen, ist die Idee vom „Projektspielen“ entstanden. Wenn wir spielen, dann sind wir ganz bei uns, wir können gleichzeitig jemand anderer sein, Rollen einnehmen, die uns gerade anziehen. Welten erfinden, die wir erleben wollen. Manchmal entsteht Chaos. Das gilt es dann auszuhalten und neu zu ordnen. Manchmal endet ein Spiel, weil die Zeit um ist oder der Magen knurrt. Wenn die Energie da ist, dann kann es danach weitergeführt werden. Wenn nicht, wird aufgeräumt, neu geordnet, neu gespielt. Spielen heißt eintauchen in eine ganz andere Welt. Sich verlieren und sich wiederfinden. Ausprobieren und neu erfinden. Verwerfen. Neu gestalten.

Es gibt viele bekannte Spiele die wir alle schon einmal selbst gespielt oder dabei zugeschaut oder zugehört haben: Fußball spielen, Klavier spielen, Computer spielen, …Wie wäre es, wenn wir diese Begeisterungsfähigkeit auf andere Bereiche übertragen und Firma aufbauen spielen, Kinder erziehen spielen, Haus bauen spielen oder Probleme lösen spielen? Mit der Wiederentdeckung des Spiels können wir Probleme viel leichter konfrontieren und lösen als durch harte Arbeit.

Natürlich ist das spielerische Herangehen an eine Sache auch eine Frage der Grundhaltung und der Emotionen. Manche Leute verstehen einfach wenig Spaß. Wahrscheinlich sind sie anders programmiert, zum Beispiel auf Pünktlichkeit, Fleiß und ähnliche Tugenden. Diese Merkmale sind nicht unwichtig, aber ohne Mindestmaß an Spaß bei der Sache werden wir zu Sklaven eines dogmatischen Weltbildes.